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American Dance Festival

Sechs Mal hatte eine schweizer Choreographin oder ein Choreograph die Möglichkeit  am International Choreographers' Residency Program in Durham, North Carolina, USA teilzunehmen. Dieses Projekt wurde 1993 von Christine Merz Junod iniziiert.

Bisher konnten folgende Mitglieder an diesem aussergewöhnlichen 6 -7 wöchigen Festival teilnehmen: 1991 Christine Merz Junod, 1993 Doris Vuilleumer, 1994 Corinne Tâche, 1995 Elfi Schäfer-Schafroth, 1996 Nina Schneider, 1997 Bettina Holzhausen, 1999 Hanna Barbara, Basel.

 

Weitere Informationen entnehmen Sie aus den Berichten von  Hanna Barbara, Bettina Holzhausen, Nina Schneider und Elfi Schäfer-Schafroth.

International Choreographer in Residence at the American Dance Festival ’99
I C R ADF

Von Hanna Barbara

Ja, kurz gesagt ICR at ADF. Und ausführlich - dauert das Abenteuer sechs Wochen, schier Tag und Nacht. Durchorganisiert und stolz bietet das Festival ADF ’99 eine Dichtheit von Tanz-An-Gelegen-heiten an. Etwa zwanzig ChoreographInnen und TänzerInnen unterrichten täglich, mit Live-Musik, die unter die Haut geht und erfolgreich die stehende Luft und drückende Hitze der teils unklimatisierten Studios entkräftet. Lauter Vollprofis am Werk, im Dienst der Tanzkunst. Das Schwergewicht ist Modern Dance. Die Palette reicht von Ballett über Modern zu Bewegungsschulung der Aera des Neuen Tanzes. Sogar Community Dance Projekte sind ans ADF ’99 eingeladen. Da sind Ballett-Barre, traditionelles Limon-Vokabular, jüngere Entwicklungen des Modern, mit afroamerikanischer Prägung, mit Streetdance-Anlehnung, mit persönlichem Stil des unterrichtenden Choreographen, Jazztanz, Developmental Patterns mit BMC (Body-Mind-Centering), Stimmarbeit, Pilates Arbeit auf Matten (ohne Maschinen), Tai-Chi, Afrikanischer Volkstanz in erzählerische Szene gesetzt. Zur Auswahl stehen technische Lektionen, kreativer Unterricht (Improvisation, BMC), Kompositionsstudien und Repertoir (historische und zeitgenössische Tanzwerke). Zudem bewegen sich die 450 am Festival aufge-nommenen TanzschülerInnen in den ersten Tagen durch zahlreiche Auditions. Vom Morgen früh 8 h bis abends 17 h ist der Unterricht in Hochbetrieb. Die Proben für die Auftragswerke dauern zum Teil noch in den frühen Abend hinein. Und am späteren Abend zirkuliert der alte, rattrige, buntbesprayte Schulbus imViertelstundentakt, um alle, die keine Automitfahrgelegenheit nutzen, zum grossen Theater rüberzubringen. Die internationalen Teilnehmerinnen teilen zu dritt Wohnungen in zweistöckigen Backsteinhäuschen. Vertreterinnen aus der Dominikanischen Republik, aus Honduras, Chile, Cuba, Khasakstan, Sambia, Indien, Israel, Russland und China sind anwesend in dieser Siedlung. Wir verständigen uns auf Englisch. Wir wollen voneinander erfahren, wer sich wie unter welchen Bedingungen in seinem Land organisiert, wie sich wer Auslandaufenthalte und Gastspiele ermöglicht, was die Tanzgeschichte der verschiedenen Länder schreibt, was für zeitgenössisches Tanzschaffen wo entwickelt wird, welchen spezifischen Interessen sich die KollegInnen aus den fernen Ländern widmen und natürlich besprechen wir alle Theaterbesuche. Bill T. Jones, Paul Taylor, Twyla Tharp, Martha Clark, Eiko & Koma, Pilobolus, Chuck Davis mit dem African American Dance Ensemble, um nur einige der ChoreographInnen zu nennen, deren Compagnies ein Gastspiel geben. Pina Bausch kommt persönlich angereist. Während des Mittagessens sind oft Video-Filme angesagt, da ein Festival für Tanzvideos parallet stattfindet. Eine kostbare Auswahl von dokumentarischen Filmen und künst-lerischen Videowerken lockt uns in den air-conditionned Vorführungssaal. Schliesslich zeigen in der letzten Woche alle Klassen Kurzpräsentationen aus der sechswöchigen Tanzarbeit. Ein Performance-Marathon.

Die fünf ICRs (International Choreographers in Residence), zu denen ich gehöre, haben keine Verpflichtungen. Ihr privilegierter Status erlaubt ihnen, frei nach Wunsch, Klassen zu besuchen, auch unregelmässig, auch einfach zuschauend, Studiozeiten zu reservieren für eigene Arbeit, eine Masterclass anzubieten, MusikerInnen zu beanspruchen, eigene Arbeit in einem informellen Showing vorzustellen, bei allen Festivitäten der „faculty“ teilzunehmen und in aller Ruhe im Computerraum auf Internetreise zu gehen.

Meine Arbeit basiert auf der Release Technique und dem improvisatorischen Schaffen, dem Instant Composing. Am ADF fügte sich das Ensemble aus Studentinnen, einem professionellen Tänzer und MusikerInnen zusamnmen. Die Proben setzte ich um 6 h früh an, um nicht mit dem festgelegten ADF-Programm zu kollidieren. Dreimal gab das Ensemble ausserhalb des Campus öffentliche Performances. 27 Bilder, die eine Photographin bei einer der Performances machte, konnten in A3-Vergrösserungen im Foyer des Theaters ausgestellt werden.

 

«The most exciting summer in your life»

Bericht über die Teilnahme am International Choreographers Recidency Programm ICR des American Dance Festival ADF in Durham, North Carolina

August 1997  Bettina Holzhausen

«The most exciting summer in your life» ist nur einer von vielen Slogans, mit denen sich das ADF seinen Studenten empfiehlt. Anfänglich schien mir das reichlich übertrieben, aber nach sieben Wochen Aufenthalt in Durham muss ich zugeben, dass da etwas dran ist...

Zuerst aber einige allgemeine Informationen. Das American Dance Festival hat 1997 zum 64. Mal stattgefunden, seit 20 Jahren an der Duke University in Durham, North Carolina. In den USA ist es eine der wichtigsten Institutionen im Dienste des modernen Tanzes. Das Festival in Durham mit der Six-Weeks-School für über 400 vorwiegend amerikanische Studenten ist die wichtigste Aktivität des ADF. Daneben werden jedes Jahr verschiedene Austauschprojekte vor allem mit Ländern der 3. Welt und Osteuropa realisiert: Workshops mit ADF-Lehrern in den entsprechenden Ländern, Förderung von Tanzkompanien wie zum Beispiel Guandong Company aus China u.v.m.

Im Zusammenhang mit diesem Engagement im Ausland werden seit 1985 jedes Jahr Choreographen aus der ganzen Welt zur Teilnahme am International Choreographers Recidency Programm ICR nach Durham eingeladen. Auf Initiative des SVTC konnte ich als sechste Schweizer Choreographin die Reise nach Durham antreten.

Wir internationalen Choreographen wurden drei Tage vor den Studenten empfangen und ausführlich in das Programm und die Möglichkeiten des ADF eingeführt. Eingeladen waren dieses Jahr 19 Choreographen aus 15 Ländern (Argentinien, Brasilien, Bulgarien, England, Finnland, Ghana, Indien, Indonesien, Israel, Kuba, Lettland, Mozambique, Paraguay, Russland und Schweiz).

Das Direktorenpaar Charles und Stephanie Reinhart aber auch viele Mitglieder des Lehrkörpers sind sehr interessiert an den Aktivitäten der internationalen Choreographen und haben auch teilweise die Möglichkeit, einzelne der ICRs durch Auftragschoreographien und anderes gezielt zu fördern.

Während sechs Wochen konnten wir nun vom ganzen Programm des ADF uneingeschränkt profitieren und zusätzlich noch eigene Choreographien präsentieren oder selber Master Classes unterrichten.

Das Workshop Angebot umfasst über 50 verschiedene Lektionen täglich, über die Hälfte davon sind Improvisations-, Kompositions-, Body Therapy- oder Repertoire- Kurse. Ich habe mich für die Stunden von Mark Haim, David Dorfman, Lisa Race und "Voice and Gesture" mit Rafael Lopez und Ellen Hemphill entschieden.

Wir hatten die Möglichkeit alle Vorstellungen des Festivals zu sehen. Auf dem Programm waren unter anderem Bill T. Jones Company, Limon Company, Trisha Brown Company und aus Frankreich Lyon Opera Ballett. An den vielen gesellschaftlichen Anlässen hatten wir auch Gelegenheit, Lehrerinnen und Lehrer, MitarbeiterInnen des ADF, aber auch TänzerInnen und ChoreographenInnen der eingeladenen Kompanien kennenzulernen.

Wir waren von 8 Uhr morgens bis spät in die Nacht hinein völlig beschäftigt und manchmal auch ziemlich erschöpft, da das feucht-heisse Klima von North Carolina nicht gerade optimal für extreme körperliche Aktivitäten ist.

Neben den täglichen Trainings habe ich am "Informal Showing" der ICRs ein neues Solo gezeigt, im Stück von Susana Szperling aus Argentinien mitgetanzt, und nebenbei noch ein Video Screening mit Video-Tanz Werken der ICRs organisiert. Zusätzlich habe ich die Proben von Maria Rovira aus Spanien begleitet (ICCP International Choreographers Commissioning Programm) und hin und wieder meine Kochkünste unter Beweis gestellt.

Die Teilnahme am ICR Programm des ADF war eine sehr erfüllende Erfahrung. Die Intensität der Workshops hat mich täglich weitergebracht und ungeahnte Kräfte freigesetzt. Aus dem Zusammenleben der ICRs entstanden erstaunliche spontane Projekte und sehr starke Freundschaften, die hoffentlich erhalten bleiben. In ungezählten Gesprächen und in der Zusammenarbeit untereinander haben wir uns unsere eigene Kultur näher gebracht und uns über unsere künstlerischen Visionen oder unsere professionelle Erfahrung ausgetauscht.

Ich hoffe, dass ich ewas von dieser Kraft und dieser positiven Stimmung in meinen Schweizerischen Alltag hinüberretten kann.

Reich beschenkt mit so vielen wertvollen Erinnerungen und Erfahrungen und vielen neuen Plänen für Zusammenarbeit über Grenzen hinweg bin ich nach Zürich zurückgekehrt.

Leider ist dieses einmalige Programm gefährdet. Die Durchführung im nächsten Jahr ist sehr unsicher, weil dem American Dance Festival die Mittel für das ICR Programm gestrichen wurden. Zudem wird es auch für den SVTC immer schwieriger, das nötige Geld für eine Schweizer Beteiligung aus seiner gekürzten Subvention aufzubringen. Leider hat der SVTC bis heute keinen staatlichen oder privaten Sponsor gefunden, der bereit wäre dieses prestigeträchtige Projekt zu unterstützen.

Ich bedanke mich beim SVTC von ganzen Herzen für diese einmalige Erfahrung.

Bettina Holzhausen

Einige Eindrücke und Erinnerungen zum American Dance Festival 1996 in North Carolina, USA «ICR Program»

September 1996 Nina F. Schneider

1. Tag: 29 «International Choreographers in Residency ICR» beschnuppern sich nach einer langen Reise, man nähert sich gegenseitig an mittels Sprache oder einfach mit Händen und Füssen, da vielen die entsprechenden Sprachen wie z. B. Japanisch fehlen. Teilweise schüchtern und etwas zögernd (europäisch), freudig und lachend (südamerikanisch), verhalten und aufrecht (asiatisch) begegnet man sich. Wir sind gespannt auf das Kommende, welches mit einer Einführungswoche beginnt, noch bevor das offizielle Festival eröffnet wird.

Wir hören neben sehr viel allgemeiner Information von der Geschichte des «American Dance Festival» und lernen dabei auch das Direktorenpaar Mr. und Mrs. Charles und Stephanie Reinhart kennen. Welcome Parties, Meetings u. v. m. geben uns einen Vorgeschmack dieses grossen Festivals, wo so ziemlich alle bekannten amerikanischen zeitgenössischen Companies auftreten. Gleichzeitig finden wir auch die Zeit, uns in der Gruppe von Choreographen aus der ganzen Welt kennenzulernen: Wir tauschen vieles aus über unsere unterschiedlichen Kulturen, über unsere eigene Arbeit mittels Video, über Ansichten und Pläne, und trainieren morgens jeweils zusammen. Allmählich lernen wir auch das riesige Gelände der Duke University in Durham kennen, wo sehr viele Studios, Proberäume und Aufführungsorte speziell für das Festival eingerichtet wurden. Am Ende der ersten Woche sind alle ICRs ziemlich geschafft, obwohl das offizielle Festival, das tägliche Training, die Performances am Abend und die Videoscreenings am Nachmittag, die Masterclasses am Wochenende, das Proben für unsere eigenen Auftritte und das ganze Drum und Dran inklusive 400 Studenten erst beginnt. So geniessen wir noch kurz ein erstes und letztes Mal die zwei freien Stunden am Swimmingpool, bevor es los geht.

Die kommenden sechs Wochen werden für mich zu einem wunderschönen und sehr interessanten Erlebnis, von dem ich immer noch zehre: Nach Lust und Laune trainieren können und eintauchen in fantastische (!) Stunden mit Viola Farber (ehemalige Solotänterin bei Merce Cunningham und heute etwa 70-jährig) sowie David Zambrano (ein flying-low-Erlebnis), um hier nur zwei der vielen Kapazitäten und Grössen im Teaching zu nennen.

Nach den Trainings treffen sich die ICRs zu einer gemeinsamen Austauschstunde (drei mal  w?chentlich), in der wir uns gegenseitig Arbeiten zeigen, von unserer Herkunft und unserem Sein erz?hlen; so lehrt uns z. B. Nelson aus Ecuador faszinierende Indianert?nze und l?sst uns an seinen eigenen Ritualen teilhaben, wie z. B. dem Sommersonnenwendefest.

Abends besuchen wir Performances renommierter USA-Companies und eingeladener Gruppen aus Europa, oder wir sind an Anlässe wie der Verleihung des «Samuel H. Scripps American Dance Festival Award» an Meredith Monk u. ä. eingeladen; nach jeder ersten Performance der eingeladenen Gruppen gibt es jeweils eine Party, wo sämtliche TänzerInnen und Choreographen der entsprechenden Gruppen anwesend sind. So entstehen oft Gespräche mit Leuten, mit denen wir sonst wahrscheinlich nie zusammengekommen wären, seien es die TänzerInnen von der Hawkins Company oder David Parson himself.

Die Tage sind sehr lang, besonders wenn das erste Training bereits um acht Uhr früh beginnt, das ich mir natürlich nie entgehen lasse! Die Energie, die wir hier aufsaugen und die uns nährt, tut gut und trägt einen sehr weit; so lerne ich meine Grenzen wieder ein bisschen kennen, die weiter sind als gedacht. Es ist ein fruchtbares Erlebnis, welches mich auch sehr fordert und mich von neuen Seiten zu mir bringt, mir sehr viel Kraft und Vertrauen gibt, meine Wege in der Schweiz etwas bestimmter weiterzuführen. Die spannenden Leute an diesem Festival haben mir sehr viel gegeben, sowohl im tänzerischen Bereich (feed back) als auch im persönlichen, wofür ich sehr dankbar bin.

Ich habe in diesen sieben Wochen (eine kurze Zeit) so viele gute Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt, Choreographen, Lehrer und Studenten, von denen ich weiss, dass wir diese Kontakte weiterpflegen werden.

Der letzte Tag: Durham leert sich, die ICRs besteigen die Taxis zum Flughafen, wir sind etwas traurig, aber sehr viel «reicher».

Für diese intensive Erfahrung am ADF bedanke ich mich ganz herzlich!

Nina F. Schneider

American Dance Festival 1995

Bericht von Elfi Schäfer-Schafroth

«Contemporary Dance» – sieben kurze Wochen lang von morgens früh bis Mitternacht – das ist das American Dance Festival. 1934 von Martha Graham, Hanya Holm, Doris Humphrey und Charles Weidmann gegründet, beherbergte dieses renommierte Tanzfestival bis heute fast alle bedeutenden amerikanischen Choreographen und Tänzer aus dem Bereich des Modern Dance.

Veranstalter, Choreographen, Tanzkritiker und Tanzförderer treffen sich alljährlich am ADF auf der Suche nach neuen Talenten. Für die annähernd 500 Tanzstudenten werden täglich 50 verschiedene Klassen angeboten. Neben Technikstunden in den verschiedenen Modern Dance-Stilen werden Improvisation, Choreoraphie, Contact, Ballet, Jazz sowie sanfte Tanztechniken (u. a. unterrichtet der Zürcher Eric Franklin seit Jahren sehr erfolgreich Tanzconditioning am ADF) angeboten. Podiumsdiskussionen, Tanzgeschichte und über 20 Aufführungen etablierter Tanz-Companies aus den USA – sowie 1995 aus Frankreich – runden das Angebot ab.

Innerhalb des ADF spielt das ICR-Programm (International Choreographers Residency) eine besondere Rolle. 20 Choreographen aus aller Welt wurden dazu eingeladen. Vor offiziellem Festivalbeginn trafen wir uns für eine Einführungswoche. Aus China, Australien, Pakistan, Südafrika, Kanada, Malavi, Taiwan, Brasilien, Tschechien, Spanien, Bolivien, Thailand, Finnland, also aus ganz unterschiedlichen Kulturen stammend, verband uns unsere Leidenschaft für den Tanz. Obwohl manche Kommunikation auf Körper- und Zeichensprache basierte – ganze Choreographien entstanden daraus – war ich für meine Sprachkenntnisse aus Mittschulzeiten dankbar und entwickelte ungeahnte Übersetzungsfähigkeiten in Spanisch-Englisch-Französisch und Körpersprache.

Der Austausch und die intensive Zusammenarbeit von Tanzschaffenden aus anderen Kulturen war eine grosse Bereicherung. Die Kraft aus diesen sprach- und kulturübergreifenden Begegnungen hält für uns auch weiterhin über die Kontinente.

Nach der Einführungswoche, mit Master Classes, Diskussionen, Videoaustausch, Museumsbesuchen und Einführung in amerikanische Kultur (u. a. auch in Baseball), teilten wir das Tanzprogramm mit etwa 400 Tanzstudenten. Die Klassen, in welchen auf unterschiedlichen Niveaus (Fortgeschrittene bis Professionelle) eine weitgefächerte Palette von zeitgenössischem Tanz angeboten wurden, dauerten von morgens acht Uhr bis abends 18 Uhr. Anschliessend folgte ein intensives Abendprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und verschiedensten Tanzaufführungen. Daneben nahmen wir Master Classes, erarbeiteten zusammen Choreographien, zeigten unsere eigenen Werke und knüpften Beziehungsnetze.

Die Zeit am ADF war sehr intensiv und ungemein aktiv. Ruhe und Zeit zum Verarbeiten blieb wenig, und daneben musste man sich aus einem überwältigenden Angebot für eine Auswahl entscheiden.

Im gewissen Sinne vielleicht ein Selbstbedienungsladen amerikanischer Art, für mich persönlich ein kleines Paradies, aus welchem ich Inspirationen, Anregungen, Wissen, Können, Antworten und Fragen mit nach Hause trage. Dieser Studienauftenthalt mit den internationalen Choreographen am ADF war für mich ein immenser Reichtum, eine arbeitsintensive Zeit, aber auch ein grosses Vergnügen, an das ich in Dankbarkeit undmit etwas Heimweh zurückdenke.

Ich möchte dem SVTC und dem ADF für die Einladung herzlich danken.

Elfi Schäfer-Schafroth

Zürich, im Dezember 1995